Waldemar Meyer, Aus Einem Künstlerleben. Berlin: Verlag von Georg Stilke, 1925.


Waldemar Meyer (1853–1940) was a German violinist, quartet leader, and pedagogue who belonged to the close artistic circle around Joseph Joachim in Berlin. Born in Berlin on 4 February 1853 into a family originally from the Erzgebirge, he grew up in the Prussian capital’s rich musical life and first encountered Joachim in 1869 — an event that shaped his artistic ideals and professional path. 

Meyer was among the first students at the newly founded Königliche Hochschule für Musik in Berlin, where Joachim had been appointed founding director in 1869. Joachim quickly became Meyer’s central musical authority and mentor; during these years he absorbed Joachim’s classicist approach to style and his high ethical conception of the “artist’s vocation,” impressions that color his later recollections of Joachim’s personality and playing. After an illness interrupted his studies, Meyer recovered and was soon engaged as first violinist at the Imperial Court, while also beginning to appear in concerts beyond Berlin. 

In 1882 Meyer left Berlin for Paris and England, spending about seven years immersed in the concert life of the later Victorian era under Queen Victoria. In 1889 he received the “King George” Stradivari1 as a gift, a sign of the esteem in which he was held as a virtuoso. In the same year he returned to Berlin, where he renewed close personal and artistic contact with Joachim. 

Back in Berlin from 1889, Meyer founded his own string quartet and chamber‑music ensemble, becoming a prominent figure in the city’s chamber‑music scene. He championed first performances and early hearings of works by younger or then‑contemporary composers such as Max Bruch, Alexander Glasunow, Edvard Grieg, and Antonín Dvořák, thereby supplementing Joachim’s classical heritage with a lively interest in newer music. 

Alongside his concert activity, Meyer was active as a respected teacher and as an organizer of musical and intellectual events, notably through the “Verein für künstlerische und wissenschaftliche Bestrebungen” that he founded in Berlin during the First World War. In his later years, dividing his time increasingly between Berlin and Berchtesgaden, he set down autobiographical recollections in which his memories of Joachim occupy a central place, portraying him as mentor, “schalkhafter Patenonkel” (“mischievous godfather”), and artistic model. Meyer died in Berchtesgaden on 30 December 1940, leaving behind not only a family that continued his musical legacy but also a rich body of personal reminiscences that preserve an intimate view of Joachim and his circle. 


Excerpts from: Meyer, Waldemar, Aus Einem Künstlerleben. Berlin: Verlag von Georg Stilke, 1925.
See also: Friedrich, Frigge‑Marie. Joseph Joachim und Waldemar Meyer. Starnberg, 2008.


Original German (English Translation Below)

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… Die einzelnen besseren Musiker in diesem Orchester mußten zuweilen zur Verstärkung dienen, wenn in der Singakademie hervorragende Konzerte stattfanden, und so nahm mich einer mit zur Probe, wo ich nun zum ersten Mal einen großen Geiger hörte, und das war Joseph Joachim. Er spielte sein Ungarisches Konzert und das Beethoven’sche. Ich wurde beim Zuhören wie in eine neue Welt erhoben und sah nun eine Richtung vor mir, der ich nachstreben mußte, um künstlerisch etwas zu erreichen. Sonntags waren im Kullackschen Konservatorium Orchesterproben, und wer da mitspielte, bekam den Solounterricht gratis. So wurde ich den Schüler von Prof. Grünwald für ein Jahr und machte zugleich meine theoretischen Studien bei Wierst und im Klavierspiel bei Carl Drömer. Als ich das sechzehnte Lebensjahr erreicht hatte, hörte ich, daß Joachim nach Berlin gekommen, um

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an der neuen zu gründenden Hochschule für Musik das Direktorat zu übernehmen. Ich erfuhr dann auch, wann die Aufnahmeprüfung für Schüler wäre und bat meine Mutter, mit mir dorthin zu gehen. Es hatten sich im Racynski-Palais auf dem Königsplatz, wo die Aufnahmeprüfung abgehalten wurde, viele Studierende und Künstler eingefunden, die alle gern von der Gelegenheit profitieren wollten, von dem größten Geigenmeister seiner Zeit zu lernen. Bei seinem Rundgang trat plötzlich Joachim an uns heran und fragte, ob wir meinen „Curriculum vitae“ eingesandt hätten usw., und da wir diese Worte zum ersten Male hörten und nicht den Sinn verstanden, so antworteten wir, daß in unserer kleinen Zeitung zwar nichts gestanden hätte und ich nur durch zwei Orchestermitglieder gehört hätte. Ich kam dann als erster dazu, vorzuspielen, und zwar das D-moll-Konzert von Ferd. David; es war wohl die Gegenwart des Meisters, die mich inspirierte; jedenfalls spielte ich besser, als ich es vorher vermocht. Dann spielte ich noch, um mein Klavierspiel zu zeigen, die As-dur-Polonaise von Chopin und schließlich, um meine kompositorische Begabung zu bekunden, einen von mir verfaßten Trauermarsch anläßlich der Rübenfesten in Amsterdam, worüber ich in der Zeitung gelesen hatte. Als ich in der Mitte des Marsches

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Kirchenglocken erklingen ließ und dazu im Baß laute Kanonenschüsse paukte, fragten mich die Herren, was ich mir denn dabei vorstelle, und als ich ihnen ganz ernsthaft den Sinn erklärte, hielten sie sich den Bauch vor Lachen. Es kam nun eine Aussprache zwischen den Herren; Rudorff fand in mir die Begabung für einen hervorragenden Pianisten, aber Joachim hielt mich für die Geige begabter, und so wurden gleich zwei Solostunden, zwei Quartettstunden und eine Orchesterstunde wöchentlich für mich bei Joachim angesetzt, und ich war somit der erste Schüler, der in der Kgl. Hochschule für Musik aufgenommen wurde, und zwar als Freischüler.

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IV.
Die Unterrichtsstunden bei Joachim und Einblick in seine religiösen Zweifel.

Nun kam die erste Unterrichtsstunde, und da die Inspiration geschwunden, trat die rauhe Wirklichkeit ein und ich spielte mit allen meinen Fehlern. So ging es in mehreren Stunden, da sich aber Joachim nicht geirrt haben wollte, fing er an, mit mir zu arbeiten wie mit einem Anfänger. Ich mußte Bogenhaltung ändern, immer nur in der ersten Lage spielen und er quälte sich und mich wohl vier Wochen, aber dann hatte ich es heraus und ging nun zum Studium von Rhodes’schen Etüden und dem A-moll-Konzert von Viotti über. Wie oft hatte ich geweint, wenn die anderen Schüler, die teilweise schon Stellungen in Hofkapellen hatten, über mich lachten. Aber nun kam das Gegentück, denn jeder derselben, mit dessen Haltung Joachim nicht zufrieden war, mußte nun zu mir kommen, da Joachim meinte, daß es genug gewesen, sich mit einem Schüler so gequält zu haben.

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Während meines Studiums spielte ich immer noch abends in dem Luisenstädtischen Theaterorchester, und als Joachim dies durch Mitschüler erfuhr, verbot er es mir, da es sich mit einem künstlerischen Studium nicht vertrüge. Als ich ihm sagte, daß unsere große Familie auf meine Monatsgage von 75 Mark mit angewiesen sei, sagte er: „Du bist doch Freischüler,“ und bemerkte nur noch schüchtern, daß davon die andern doch nicht leben könnten. Dieser Moment hat mir oft im Leben durch den Kopf gegangen, und es blieb mir stets unbegreiflich, daß der Sohn eines jüdischen Oberrabbiners, der nur durch Spenden den Weg bis zu Felix Mendelssohn in Leipzig gegangen, meine Lebenslage gar nicht verstand.2

Ich hörte natürlich mit meinem Abenddienst nicht auf und studierte um so eifriger, um den hohen Ansprüchen, die an einen Freischüler gestellt werden, vollständig zu genügen.

Mein Bruder Felix, der sieben Jahre älter als ich war, hatte für sein sehr begabtes Violinspiel einen Gönner in dem Fabrikanten Kernaul gefunden, der ihn zur Ausbildung nach Leipzig zu Ferdinand David gesandt hatte. Nachdem er dann später dann noch ein Vierteljahr bei Joachim studiert hatte, trat er als Solist und Konzertmeister in die sehr bekannte Kapelle von Bilse in Berlin ein.

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In dieser Zeit spielte sich eine merkwürdige kleine Episode in der Stunde bei Joachim ab. Ich war gerade allein im Unterricht und spielte das Ungarische Konzert; als er mich an einer Stelle unterbrochen hatte, fragte er mich plötzlich, warum denn mein Bruder gestern nicht „die Carneval von Paganini“ gespielt habe, wenn es schon etwas Modernes sein sollte, sondern nur „es doch die Elegie von Ernst oder ein Adagio von Spohr usw.“ sei. Als ich ihn fragend anschaute, sagte er ärgerlich: „Na, spiel nur weiter.“ Als er mich wieder unterbrochen hatte, setzte er das Thema fort, daß man doch nicht ganz religiöses Empfinden hintenan setzen solle durch ein solches burleske Stück, wie der Carneval, gerade an einem solchen Tage wie gestern oder ähnlich. Und als ich ihn fragend ansah, sagte er: „Du weißt doch, daß gestern Versöhnungstag war.“ Und als ich ruhig erwiderte, was denn das mit uns zu tun hätte, sagte er: „Du bist doch Jude,“ und als ich „Nein“ sagte, fühlte ich, daß der ganze Vorgang sehr unangenehm gewesen und bewies mir im späteren Lebenswege, wie der Mann von jüdischer Abkunft, der, um die Stellung in Hannover am Hoftheater zu erlangen und um die christliche Sängerin Amalie Weiß zu heiraten, sich hatte taufen lassen, doch im Innern jüdisch geblieben war und dadurch dann später in viele Zwiespältigkeiten kam.

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Mein Studium bei Joachim nahm einen sehr günstigen Verlauf, und Joachim sprach schon von Plänen, mich später nach England mitzunehmen, wo er in jedem Frühjahr engagiert war; doch machten sich durch den nun fünfjährigen Mangel an Schlaf große Schwächezustände bei mir bemerkbar. Am 17. Dezember 1871 schrieb Joachim über mich das folgende Zeugnis: „Der Bitte des Eleven der Kgl. Hochschule für Musik, Waldemar Meyer, um ein Gutachten über seine Leistungen, entspreche ich mit besonderem Vergnügen. Selten ist es mir vorgekommen, daß glückliche Anlagen für Musik mit so stetigem Fleiß Hand in Hand gingen und demgemäß hat sich auch das Violinspiel des W. Meyer in den zwei Jahren, welche seit seinem Eintritt verflossen sind, so entwickelt, daß es in bezug auf Technik wie auf Auffassung oft schon wirklich künstlerisch zu nennen ist. Ich hoffe, daß aus ihm mit der Zeit ein trefflicher Musiker wird, welcher ein hervorragender Zuwachs der ausübenden musikalischen 

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Kräfte des Vaterlandes genannt zu werden verdient.“

Joseph Joachim.

Eine Abschrift dieses Zeugnisses wurde in einer Eingabe an S. Majestät den Kaiser Wilhelm I. geschickt, worin um ein Unterstützungsstipendium zur Ermöglichung eines sorglosen Weiterstudiums gebeten wurde.

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Liszt: 

… Am nächsten Morgen ging ich in die Hofgärtnerei, wo er wohnte, um mir die Noten zu holen, und war erstaunt, schon eine Reihe von Schülern versammelt zu sehen, alle ebenfalls im Begriff, ihm etwas von ihm vortragen haben wollten. Wenn man bemerkte, daß eine Schülerin, die das Stück nicht beherrschte und die er dann lautlos vom Stuhle fortschob, um das Werk selbst zu spielen. Er rauchte immer eine lange Virginia-Zigarre, die er nie aus dem Munde nahm und die immer weiter hineintrutschte. Nun spielte er auch das italienische Konzert von Joh. Seb. Bach, und ich hörte ganz entzückt zu. Als er schloß, entrangen sich mir die Worte: „Gott wie Joachim.“ Ich glaubte in diesem Augenblick, daß der Boden mich verschlingen müßte, denn nach allem, was ich von Berlin Feindseliges und Erniedrigendes über Liszt gehört, auch daß an der Hochschule kein Stück von ihm gespielt werden durfte, trotzdem ein hervorragender Pianist überhaupt nicht werden kann, ohne von Liszt in technischer Beziehung angeregt zu werden, gerade wie jeder Geiger zu seiner Ausbildung Paganini studiert haben muß, um so überraschter war ich, als Liszt aufsprang, seine Hände auf meine Schultern legte und seiner Freude Ausdruck gab, daß ich den Namen Joachim ausgesprochen, denn er denke immer

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noch gern an die Zeit zurück, als der junge Künstler täglich mit seiner Geige zu ihm gekommen und sie namentlich Bach und Beethoven studiert hätten. Ich wußte nun, daß Joachim seine Stilgriffe in klassischer Musik von Liszt erhalten, wie er ja auch bei Liszt bei der ersten Aufführung von Lohengrin in Weimar als Konzertmeister fungierte.3 Wie ich oft nun in meiner Verehrung für Joachim, daß er dies alles sollte vergessen haben und eine offene Feindschaft gegen Liszt und Richard Wagner bekundete.

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XI.
Nachklänge aus Bayreuth bei Joseph Joachim.

Als ich von Bayreuth nach Berlin zurückkam, war mein erster Gang zu Joachim. Es drängte mich, ihm nun alles über Franz Liszt und Richard Wagner zu erzählen, was ich erlebt, gehört und gesehen hatte. Ich traf auch seine liebe Frau Amalie und nun gings ans Erzählen, und ich geriet dabei in eine derartige Ekstase, daß seine Frau, die mit ihm vollständig einig war in der Abneigung oder vollständigen Unkenntnis sowohl von Liszt als Wagner, bemerkte, daß ich mich ja ganz verloren hätte, worauf ich ruhig antwortete, daß ich mich nicht verloren, sondern endlich gefunden hätte und nun wüßte, daß neben Brahms und Herzogenberg – von welch letzterem öfters Kompositionen von Joachim gespielt wurden – auch andere deutsche Meister lebten, die den Genannten nicht nachständen, sondern ebenbürtig wären und sie wohl noch überragten. Zum Schluß bemerkte ich noch, daß von der ganzen Welt die bedeutendsten Leute sich in Bayreuth

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zusammengefunden hätten, und da hätte es mich besonders geschmerzt, ihn und seine liebe Frau zu missen. Beim Hinausgehen sagte er dann zu mir, daß er ja gerne gekommen wäre, wenn er einen Tarnhelm bekommen hätte. Also nur äußere Verhältnisse hatten ihn ferngehalten, wie so oft im Leben von Joachim äußere Sachen mitsprachen, um auf sein intimstes Leben Einfluß zu gewinnen; so auch im Verhältnis zu seiner Lebensgefährtin, der treuesten Frau und rührendsten Mutter. Wie oft, wenn ich zur Stunde ging, sah ich sie auf dem Fußboden liegen und die drolligsten Spiele mit den Kindern angeben; dazu gehörte auch, daß sie einen Eßlöffel mit der Nase und der Oberlippe hielt und damit wackelte, was den Kindern endlosen Spaß bereitete. Auch mir machte es diebischen Spaß, und ich versuchte es zu lernen, habe es aber bis auf den heutigen Tag nicht fertiggebracht.

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[Sarah Bernhardt] … sagte, daß sie in meinem Spiele die Tonschönheit, Stilreinheit und vollendete Technik bewundert hätte, sich aber immer gefragt, warum spielt er immer in sich hinein, anstatt wie sonst bei textlicher Wiedergabe es dem Zuhörenden direkt in die Augen zu sprechen. Ich meinte, daß Joachim immer so spiele, und wenn man die Musik innerlich fühle, dann teile sie sich auch dem Lauschenden in dieser Form mit. 

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London: Am Sonntag war ich zu Joachim gebeten, es war ein kleiner Kreis zum Tee versammelt, und ich spielte auch Teile aus seinem Ungarischen Konzert auf seiner Geige und mit seiner Begleitung. Da sagte er zu mir, ich solle nur nicht meinen, ferner, wenn ich nicht gleich eine höhere hervorragende Gelegenheit, mich öffentlich zu betätigen, fände, denn London wäre ein besonderes Feld, wo oft bedeutende Künstler jahrelang werden abwarten müßten, um endlich eine gute Gelegenheit zu finden. Um so erstaunter war er, von mir zu hören, daß dieses seltene Glück bei mir schon eingetroffen und ich nächsten Sonnabend im Crystal-Palace mein erstes Auftreten hätte.


English Translation

… From time to time, the better players in this orchestra had to help out when important concerts were held in the Sing-Akademie, and on one such occasion one of them took me along to a rehearsal, where I now heard a great violinist for the first time, and that was Joseph Joachim. He played his Hungarian Concerto and the Beethoven Concerto. As I listened, I felt lifted into a new world and now saw a path before me that I would have to follow if I were to achieve anything artistically. On Sundays there were orchestra rehearsals at Kullak’s Conservatory, and whoever took part there received solo lessons free of charge. In this way I became a pupil of Prof. Grünwald for a year and at the same time pursued my theoretical studies with Wierst and piano with Carl Drömer. When I had reached my sixteenth year, I heard that Joachim had come to Berlin to take on the directorship of the newly founded Hochschule für Musik. I also found out when the entrance examination for students would take place and asked my mother to go there with me. A great many students and artists had gathered at the Raczyński Palace on Königsplatz, where the entrance examination was held, all of them eager to seize the opportunity to study with the greatest violin master of his time. As he went his rounds, Joachim suddenly stepped up to us and asked whether we had sent in my “curriculum vitae,” and so on; and since we were hearing these words for the first time and did not understand what they meant, we replied that nothing about this had been printed in our little newspaper and that I had heard about it only from two members of the orchestra. I was then called up first to play, namely the D minor Concerto by Ferd. David; it was surely the master’s presence that inspired me, for in any case I played better than I had ever been able to before. Then I also played, to demonstrate my piano playing, Chopin’s A‑flat major Polonaise and finally, to show my talent for composition, a funeral march I had written on the occasion of the beet festivals in Amsterdam, about which I had read in the newspaper. When, halfway through the march, I made church bells sound and, in the bass, pounded out loud cannon shots, the gentlemen asked me what exactly I imagined at that point, and when I explained quite earnestly what it was meant to convey, they held their sides with laughter. There then followed a discussion among the gentlemen: Rudorff thought I had the makings of an outstanding pianist, but Joachim considered me more gifted for the violin, and so they immediately set up for me two solo lessons, two quartet lessons, and one orchestral rehearsal per week with Joachim. Thus I became the first student to be admitted to the Royal Hochschule für Musik, and that as a scholarship student.

IV.
Joachim’s lessons and a glimpse into his religious doubts

Then came the first lesson, and now that the inspiration had vanished, harsh reality set in and I played with all my faults. Several lessons went on like this, but since Joachim did not wish to have been mistaken, he began to work with me as if I were a beginner. I had to change my bow hold, play only in first position, and he toiled away at me, and at himself, for a good four weeks; but then I had mastered it, and we moved on to studying Rode’s études and Viotti’s A minor Concerto. How often I had wept when the other students, some of whom already held posts in court orchestras, laughed at me. But now the tables were turned, for whenever Joachim was dissatisfied with someone’s bow hold, that student had to come to me, since Joachim felt that it was enough to have tormented himself so much over one pupil.

During my studies I still played evenings in the orchestra of the Luisenstadt Theater, and when Joachim learned of this through fellow students, he forbade it, saying it was incompatible with serious artistic study. When I told him that my large family depended in part on my monthly salary of 75 marks, he said, “But you are a scholarship student,” and only added shyly that the others could hardly live off that. This moment has often come back to me in the course of my life, and it has always remained incomprehensible to me that the son of a Jewish chief rabbi, who had himself made his way to Felix Mendelssohn in Leipzig only thanks to charitable contributions, should have had so little understanding of my circumstances.4 Of course I did not give up my evening job and studied all the more diligently in order fully to meet the high demands made of a scholarship student. My brother Felix, who was seven years older than I, had found a patron for his highly gifted violin playing in the manufacturer Kernaul, who had sent him to Leipzig to study with Ferdinand David. After later spending another quarter of a year studying with Joachim, he joined the famous Bilse orchestra in Berlin as soloist and concertmaster.

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At this time a curious little episode occurred during a lesson with Joachim. I happened to be alone in the lesson and was playing the Hungarian Concerto; after he had stopped me at one passage, he suddenly asked why my brother had not played the “Carnaval of Paganini” the day before if it had to be something modern, and why it had been “only the Elegy by Ernst or an Adagio by Spohr,” and so on. When I looked at him in puzzlement, he said irritably, “Well then, just go on playing.” When he stopped me again, he resumed the topic, saying that one ought not to put one’s religious feeling so completely in the background with such a burlesque piece as the Carnaval, particularly on a day like the one before, or something to that effect. And when I looked at him questioningly, he said, “You know that yesterday was the Day of Atonement.” And when I calmly replied, what that had to do with us, he said, “You are a Jew,” and when I answered “No,” I sensed how very unpleasant the whole incident had been and later, in the course of my life, took it as proof of how this man of Jewish descent who, in order to obtain the post at the Court Theater in Hanover and to marry the Christian singer Amalie Weiß, had had himself baptized, had remained inwardly Jewish and thus later fell into many inner conflicts.

My studies with Joachim progressed very favourably, and Joachim was already speaking of plans to take me to England later on, where he was engaged every spring; but by now there were serious signs of debility, the result of five years of lost sleep. On 17 December 1871 Joachim wrote the following testimonial about me:

“To the request of the pupil of the Royal Hochschule für Musik, Waldemar Meyer, for an assessment of his achievements, I comply with particular pleasure. Seldom have I found such happy natural gifts for music going hand in hand with such steady diligence, and accordingly the violin playing of W. Meyer has developed in the two years that have elapsed since his admission to such a degree that it can often already be called truly artistic, both in respect of technical execution and of interpretation. I hope that in time he will become an excellent musician who will deserve to be regarded as an outstanding addition to the performing musical resources of our fatherland.”

Joseph Joachim.

A copy of this testimonial was enclosed with a petition to His Majesty Kaiser Wilhelm I, requesting a support stipend to make possible carefree further study.

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Liszt:
… The next morning I went to the Court Garden’s administration, where he was living, to fetch the music, and was astonished to find a whole group of pupils already assembled, all likewise intending to play something of his back to him. If one noticed that a pupil had not mastered the piece, he would push her silently from the chair and play the work himself. He always smoked a long Virginia cigar, which he never took out of his mouth and which slipped further and further in. Then he also played the Italian Concerto by Joh. Seb. Bach, and I listened in complete rapture. When he finished, the words burst from me: “God, like Joachim.” At that moment I thought the ground would swallow me up, for given all the hostile and disparaging things I had heard in Berlin about Liszt, and the fact that at the Hochschule no piece of his was allowed to be played at all, even though no outstanding pianist can ever become one without having been technically stimulated by Liszt—just as every violinist must study Paganini as part of his training—I was all the more astonished when Liszt sprang up, laid his hands on my shoulders, and expressed his pleasure that I had spoken Joachim’s name, saying he always liked to think back to the time when the young artist had come to him every day with his violin and they had especially studied Bach and Beethoven together. I now knew that Joachim had learned his stylistic devices in classical music from Liszt, just as he had served as concertmaster under Liszt at the first performance of Lohengrin in Weimar.5 How often I have wondered, in my veneration for Joachim, that he could have forgotten all this and displayed such open hostility toward Liszt and Richard Wagner.

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XI.
Echoes of Bayreuth in Joseph Joachim

When I returned to Berlin from Bayreuth, my first visit was to Joachim. I was eager to tell him everything I had experienced, heard, and seen of Franz Liszt and Richard Wagner. I also found his dear wife Amalie there, and then I began my account, working myself up into such a state of ecstasy that his wife, who was in complete agreement with him in her aversion to—or total ignorance of—both Liszt and Wagner, remarked that I had quite lost myself, whereupon I calmly replied that I had not lost myself but finally found myself, and now knew that, alongside Brahms and Herzogenberg—whose compositions Joachim often performed—there were other German masters alive who were in no way inferior to them, indeed were fully their equals and might well surpass them. In conclusion I remarked that the most important people in the world had gathered in Bayreuth, and that it had pained me especially to have missed him and his dear wife there. As I was taking my leave, he said to me that he would gladly have come if he had had a Tarnhelm.6 So it was only external circumstances that had held him back—just as, so often in Joachim’s life, external considerations played a part in influencing his most intimate affairs; so too in his relationship with his life’s companion, the most faithful of wives and most tender of mothers. How often, when I came for a lesson, I would see her lying on the floor inventing the most amusing games with the children; this included holding a soup spoon with her nose and upper lip and waggling it, which sent the children into gales of laughter. It delighted me immensely as well, and I tried to learn how to do it, but to this very day I have never managed it.

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[Sarah Bernhardt] … said that in my playing she had admired the beauty of tone, purity of style, and perfect technique, but had always asked herself why I always played to myself instead of, as in the spoken theatre, speaking directly into the listener’s eyes. I replied that Joachim always played that way, and that if one feels the music inwardly, it communicates itself to the listener in that way.

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London: On Sunday I was invited to Joachim’s; there was a small circle gathered for tea, and I also played parts of his Hungarian Concerto on his violin with him at the piano. Then he said to me that I must not think, if I did not immediately find some higher and prominent opportunity to appear in public, that this meant anything; London was a special kind of terrain, where even important artists often had to wait many years for a good chance. All the more astonished was he to hear from me that this rare good fortune had already come my way and that the following Saturday I was to make my first appearance in the Crystal Palace.



  1. The King George Stradivarius violin (1710), considered one of the finest “Golden Period” Strads, was given ca. 1800 by George III to a Scottish officer, whose motto was reportedly “Not without my Stradivari.” It was found undamaged in the officer’s saddlebags after he was killed in the Battle of Waterloo (1815). It is currently owned by the Habisreutinger Stradivari Foundation (Stradivari-Stiftung Habisreutinger), located in St. Gallen, Switzerland. The violin is often used in the Stradivari Quartet (played by Sebastian Bohren). It is one of several famous 1710 Stradivarius violins, including the Lord Dunraven (played by Anne-Sophie Mutter) and the ex Vieuxtemps. ↩︎
  2. Das ist nicht richtig. Joachim stammte aus einer wohlhabenden Familie von Wollhändlern. ↩︎
  3. Das stimmt ebenfalls nicht: Joachim hat in der „Lohengrin“-Aufführung nicht mitgespielt.  ↩︎
  4. This is not accurate. Joachim was a member of a wealthy family of wool merchants. ↩︎
  5. This is also not true: Joachim did not play in the Lohengrin performance.  ↩︎
  6. In Richard Wagner’s Der Ring des Nibelungen, the Tarnhelm is a magical helmet forged from Rhinegold by the dwarf Mime. Its name is derived from the Middle High German tarnen (to conceal) and helm (helmet). The artifact grants its wearer the power to become invisible, shapeshift or to teleport instantly.  ↩︎