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AMZ, Leipzig, Vol. 45, No. 49 (December 6, 1843) p. 890


Herr J. Joachim aus Wien, Schüler des Violinvirtuosen Herrn Böhm dasselbst, und erst 13 bis 14 Jahr alt, ist eine höchst interessante Erscheinung, nicht nur in Rücksicht auf das ausgezeichnete Talent, das sich in seinen Leistungen vielfach und ganz entschieden ausspricht, sondern auch der trefflichen Schule und Bildung wegen, von denen sein Spiel unverkennbar Zeugniss gibt. Es muss eine Freude sein, einen so talentvollen Schüler zu unterrichten, es gereicht aber auch dem Lehrer zu grosser Ehre, ein schönes Talent so geleitet und frühzeitig schon so weit gebracht zu haben, dass baldige Erreichung hoher Meisterschaft kaum bezweifelt werden darf. Wie wir hören, wird sich Herr Joachim längere Zeit hier aufhalten, um unter Leitung der Herren Hauptmann, David u. s. w. sich musikalisch ferner auszubilden; bleibt seine Gesinnung so natürlich und anspruchslos wie sie jetzt ist, sein Fleiss so emsig und sorgsam wie er bisher gewesen sein muss, so hat man von ihm wohl mehr noch als einen grossen Virtuosen, man hat gewiss einen bedeutenden Künstler zu erwarten. Möge unsere Hoffnung nicht unerfüllt bleiben. Dass übrigens die Leistung des Herrn Joachim von Seiten des Publicums mit dem lebhaftesten Beifall aufgenommen wurde, bedarf nach alledem nicht weiterer Versicherung.

English Translation

Herr J. Joachim of Vienna, a pupil there of the violin virtuoso Herr Böhm, and only 13 to 14 years old, is a highly interesting phenomenon, not only with regard to the outstanding talent that manifests itself in his performances in manifold and unmistakable ways, but also on account of the excellent schooling and training to which his playing clearly bears witness. It must be a joy to instruct so talented a pupil, yet it also brings great honor to the teacher to have guided a fine talent in such a way and brought him so far at so young an age that the early attainment of high mastery can scarcely be doubted. As we hear, Herr Joachim will remain here for some time in order to continue his musical education under the direction of Herren Hauptmann, David, etc.; if his disposition remains as natural and unassuming as it now is, and his diligence as industrious and conscientious as it must hitherto have been, then one may expect from him not merely a great virtuoso, but certainly a significant artist. May our hope not remain unfulfilled. That, moreover, Mr. Joachim’s performance was received by the public with the liveliest applause requires no further assurance.

http://books.google.com/books?id=Z-EqAAAAYAAJ&printsec=frontcover&dq=editions:OCLC9249860&lr=#v=onepage&q=Joachim&f=false